Von radelnden Damen, Fledermäusen, einem Mönchskarussell und Wasserski

auf dem Klong

 

                                          

 

Das war wieder mal ein richtig schöner Drehscheibenausflug, ein runde Sache, mit allem was dazu gehört:14 unternehmungslustigen Damen, Mountainbikes (!), eine herrliche Landschaft, strammes Radeln an frischer Luft und da diese bekanntlich hungrig macht, war das Essen nochmal so gut und natürlich waren ein wenig Abenteuer und Amüsantes auch dabei. Der Reihe nach:

 

Auf die Radeln gings am 08.11. an der Kamalulislam Moschee in Minburi am Saen Saeb Kanal und selbigen gleich entlang. Rama III hatte im 19. Jhd. muslemische Arbeiter aus dem Süden zum Ausheben des Klongs geholt, den er aus strategischen Gründen bauen liess. Daraus hat sich eine starke muslemische Gemeinde entwickelt, was an den zahlreichen Moscheen zu sehen ist.

 

Flott sahen sie aus, die Damen mit den Helmen, aber wie wir ja von unseren Klongwanderungen wissen, sind die Stege doch recht schmal und mit den ungewohnten Mountainbikes... naja, keine wollte ja gleich im Klong landen und so war die Stimmung nebst manchem Gesichtchen doch erst mal etwas an-/verspannt, was sich dann aber schnell legte, als wir sicheren Boden untern den Füssen und vor allem unter den Reifen hatten.

 

 

Weiter ging’s übers Land, vorbei an üppig blühender Vegetation, wir sahen weidende Kühe, staksende Störche, satt-grüne Reisfelder, fuhren durch kleine Dörfer, wo viele Sawadee Khas und Khaps gerufen wurden. Ein frisches, sanftes Lüftchen wehte, was wir auch brauchten, denn gegen Mittag brannte die Sonne heiss. Wir trafen kaum Autos oder lärmende Boote, eine wohltuende Ruhe umgab uns, durch die wir schnatternden.

 

 

Khun Num, unser lustig-unerschrockener Führer, erzählte uns dann etwas von ‚Bats’, was wir uns nicht so recht vorstellen konnten, in der grellen Sonne, Fledermäuse sind doch mehr ‚Nacht-dunkel-Höhle’ NEIN, in einem Wäldchen hingen sie nebeneinander zu Hunderten (?) in den Baumwipfeln. Stattliche Flügelspannen, leider nicht leicht zu fotografieren und ja - es war heiss ...

 

... und auch Zeit fürs Mittagessen, das wir so richtig genossen, denn wir sind ganz schön stramm geradelt (knapp 20 km). Danach halluzinierten einige Damen von ‚Cappuccino auf Hängematte’.

 

 

Nix da, weiter gings zu einem wahrscheinlich einmaligen Tempel (Phurt Udom Pol), der Himmel und Hölle darstellen soll. Ein buntes Buddha-Disneyland mit einem sich drehenden Mönchskarussell, automatischen Monk bowls, die auf einem Laufband vorbeiziehen und sonstigen Merkwürdigkeiten.

 

 

Das Höllengewölbe war – nun ja, sagen wir mal sehr phantasievoll. Die Legende geht, dass ein Mönch nach nur 12 Stunden wiedergeboren wurde. In diesen 12 Stunden hatte er Einblicke in Himmel und Hölle und wollte beides für die Nachwelt darstellen – wobei die Jungfrauenbäume und das Skelett mit Bauhelm auf Fahrrad nicht fehlen durften, das sich nach Einwurf einer Bahtmünze in einen kleinen Automaten leuchtend-ratternd in Bewegung setzte. Hmm. Anneliese meinte dazu beindruckt in coolem Bayrisch: ‚Ja mei, do mogs ja ganz scheh zuaganga sei’. Es war eine schier unglaubliche Ansammlung von Scheusslichkeiten in grünlichem Pappmaschee und viel roter Farbe, doch ja scho, draufkomma mussmer...

 

 

Dann zogen Wolken auf. Lisa warnte eindringlich vor Regen, da aber die Zeit bis zum Eintreffen nicht so recht einzuschätzen war, schlugen wir erst mal die Warnungen in den aufkommenden Wind und beschlossen bis zu den ersten Tropfen noch ein Stück zu radeln, um dann in die Begleitbusse umzusteigen. Leidergottseidank konnten wir das dann auch nach ca. 10 Minuten. Um Erkältungskrankeiten durch Nässe/Schwitzen vorzubeugen, stiegen wir guten Gewissens ab und in die Busse ein, die uns bis zum Bootsanleger fuhren. Dann war der Regen vorbei, die Sonne schien wieder. Uns (inkl. so manchem Popöchen) war’s ganz recht, denn ein wenig groggy waren wir schon – nach ca. 25 km. In Bangkok ging zu der Zeit ein schwerer Wolkenbruch nieder und verursachte Überschwemmungen.

 

 

Heimwärts ging’s dann auf dem Saen Saeb Kanal, wieder vorbei an malerischer Landschaft und oft noch malerischeren Hütten, bis wir von einem beinahe Speedboot überholt wurden, das einen Wasserskifahrer hinter sich her zog. Der Kaptän persönlich verdient sich mit Show-Einlagen noch ein paar Baht dazu.

 

 

Kurz vor 16.00 h waren wir dann wieder an der Moschee, von wo uns die Busse zurück zur Ramkhamheng/Sukhumvit fuhren. Ja, wir waren gezeichnet: leicht verbrannt, schwer verschwitzt, ermattet, ABER stolz auf unsere sportlichen Leistungen in der schönen Landschaft – und viel Neues haben wir auch wieder gesehen.

 

Glücklichweise sind (bis jetzt) die unterwegs angedrohten Salben-Rechnungen für ein strapaziertes Körperteil nebst Beweisfotos bei der Organisatorin noch nicht eingegangen....

 

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08.11.2005 / AF

 

           

        

         

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