Besuch einer Schmuck Firma

 

 

 

Heute, Dienstag 14. Juni, trafen sich gegen 10 Uhr 13 Damen an der Ecke Silom Road / Soi 17, um sich im Thema Schmuck und Edelsteine kenntlich zu machen. Mit einem ganz besonderen HALLO wurde Anneliese empfangen. Sie ist ein ehemaliges Mitglied der Drehscheibe Bangkok und zur Zeit fuer eine Woche aus Tokio hier.

 

Schon beinahe wie Stammkunden wurden wir von der Firma Lambert Holding empfangen. Nachdem unser erster Besuch im vergangenen November bei einigen Mitgliedern so positiv ankam, hatten wir angefragt, ob wir noch einmal vorbeikommen duerften. Gleich zu Beginn hat uns Frau Elsbeth Zimmermann, Gemologin bei der Firma Lambert den Besitzer der Firma, Herrn David Glickman, und alle Mitarbeiter vorgestellt. Einige Eckdaten zum Unternehmen und einen allgemeinen Ueberblick in Sachen Steine setzten sogleich eine rege Diskussion in Gang. Bei der Beantwortung unzaehliger Fragen konnten wir manch Wissenswertes ueber die Transformation vom Rohling zum fertigen Objekt erfahren. Es ist immer wieder faszinierend, die Vielfalt der geschliffenen Steine und die Bandbreite der Farben zu sehen. Die zahllosen Doeschen mit Preciosen, die zauberhaften Perlen und viele fertige Schmuckstuecke verleiten ganz schnell zu Wunschtraeumen. ??? ... Vielleicht ... sollte frau ... bereits nach den grossen Sommerferien ... schon mal langsam an Weihnachten ... denken ... vielleicht ... faellt auch noch ein Geburtstag an ... oder ... ach ja ... Hochzeitstag gibt es ja auch noch ... oder ... vielleicht ... sollte man sich einfach einmal etwas Gutes goennen. Frei nach dem Motto  ‚Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es’ (Erich Kaestner). !!! Es gab auch Damen, die Ihren Wunsch sogleich in die Tat umsetzten und sich ein Mitbringsel oder besser gesagt ein ‚Mitnehmsel’ genehmigten.

 

Lambert Holding vertreibt ueber 150 Sorten von Halbedel- und Edelsteinen. Die Rohlinge (5-10 kg pro Monat) werden zum Teil in der eigenen Firma geschliffen. Das Unternehmen existiert seit 35 Jahren und hat seinen Sitz in Bangkok, da hier einer der groessten Handelsplaetze fuer farbige Steine ist. Auch Chantaburi ist ein wichtiger Umschlagplatz. Die Thais sind Spezialisten im Schleifen von Rohsteinen. Darueberhinaus sind sie sehr bekannt fuer ihre Kunstfertigkeit und die Weiterentwicklung der Hitzebehandlung von Korundum (Rubine, Saphire). Durch Zufuegen von Hitze kann ein extrem dunkler Stein eine hellere Farbe erhalten oder bei einem zu hellen Stein kann die Farbe intensiviert werden. Auch koennen durch diese Technik stoerende Einschluesse mehr oder weniger verschwinden. Generell sehen Rohlinge meist aus wie irgendein ganz normales Felsgestein. Diese Stuecke werden in verschiedenen Winkeln und Facetten geschliffen, um die optimale Reflektion des Lichtes zu ermoeglichen = Brillianz. Dieses Vorgehen bringt erst die Schoenheit des jeweiligen Steines zur Geltung.

 

Edelsteine unterliegen 3 Kriterien:

- schoen (Brillianz, Glanz, Farbe)

- nicht bruechig (Haerte lt. Mohs-Skala 1-10; 7 gilt als widerstandsfaehig  =   fuer Ringe geeignet)

- rar (geringes Vorkommen).

 

Die Gewichtseinheit  von Juwelen  heisst Karat (kt oder ct = 0,2g). Karat war urspruenglich die hollaendische Bezeichnung fuer das Gewicht eines getrockneten Johannisbrotkernes, mit dem man in Indien Diamanten und in Afrika Gold wog. Noch heute wird mit Karat auch der Feingehalt einer Goldlegierung beschrieben (24 Karat = 100% Goldgehalt = reines Gold).

 

Noch ein paar interessante Daten:

- Rubine ueber 3 Karat sind heute sehr schwer zu finden.

- Wir konnten einen wunderschoen geschliffenen Aquamarin mit 1500 ct

  bewundern (ca.15x5x3cm). Er stammt aus Russland, und es handelt sich hierbei um den

  zweitgroessten Stein dieser Art in der Welt. 

- Nicht nur der Preis von US$ 26.634,- hat uns alle in Staunen versetzt, sondern auch

  das eigentliche Schmuckstueck, ein Collier gefertigt aus Perlen und einem in Gold gefassten

  Heliodor (ca. 6x4x3cm). 

 

- Fuer jeden Monat des Jahres gibt es einen speziellen ‚Birthstone’:

  Januar       Garnet

  Februar      Amethyst

  Maerz        Aquamarine oder Bloodstone

  April          Diamond oder Rock Crystal

  Mai           Emerald oder Chrysoprase

  Juni           Moonstone, Pearl oder Alexandrite (USA)

  Juli            Ruby oder Carnelian

  August       Peridot oder Sardonyx

  September  Sapphire oder Lapis Lazuli

  Oktober      Opal oder Tourmaline

  November    Topaz oder Citrine

  Dezember    Turquoise oder Zircon

 

Frau Zimmermann hat uns auch Perlen aller Art gezeigt und dieses Naturprodukt als Einzelstueck oder gefasst vorgefuehrt. Die Perle galt schon in alten Zeiten als Sinnbild ewiger Schoenheit. Die Menschen entdeckten Goettliches in ihrem milden Schimmer und hielten sie fuer ein Geschenk des Himmels.

 

Der Perlenzuechter faengt junge Austern ein, um sie 3 Jahre unter Wasser an Zuchtlinien aufzuziehen. Der ausgewachsenen Auster wird dann ein Perlmuttkern und etwas Geweberand einer anderen Auster eingepflanzt. Nach zwei bis drei Jahren entscheidet sich, ob Tausende hauchduenner Perlmuttschichten um den eingepflanzten Kern gebildet wurden. Die aeusserst empfindliche Auster kann den Kern aber auch abstossen. Von hundert Austern produzieren nur etwa fuenfzig eine Perle und davon wiederum sind nur fuenf makellos. Stoerungen waehrend der Zuchtphase fuehren zu unregelmaessigen Formen oder zu Perlen mit Wachstumsringen, weshalb perfekt runde Perlen selten sind. Glanz, Oberflaeche, Form und Farbe sind die Kriterien, nach denen sich der Preis ausrichtet.

 

In der Ausstellung war auch eine Kollektion von alten Muenzen, die zu Schmuckanhaengern gearbeitet wurden.  Vor ca. 15 Jahren konnte David Glickman als passionierter Scuba Diver zu einer im Golf von Thailand gesunkenen Dschunke tauchen. Diese gehoerte zu der beruehmten Flotte von Admiral Cheng Ho, die aus 62 Schiffen und 37000 Mann Besatzung bestand und vor 600 Jahren nach Thailand kam. Auf dem Meeresgrund fand man u.a. Amphoren mit ueber 1000 Jahre alten chinesischen Muenzen darin. Einige Stuecke sind in Silber oder Gelbgold gefasst und mit Burmesischer Jade im quadratischen Zentrum versehen. Etwas Geschichte kommt somit in unsere heutige Zeit.

 

Nach ungefaehr  zwei sehr interessanten Stunden verabschiedeten wir uns. Etwas hungrig marschierten wir mehr oder weniger nur um die Ecke in das Restaurant ‚Kalpapruek’. Da die Gruppe nicht gleichzeitig los ging, kamen einige am verabredeten Ort an und waren etwas ratlos ueber die nicht vorhandene Tischreservierung.  Aufgrund ‚mai phuut phaasa thai’ bekamen wir auch keine Erklaerung zu unserer Frage ‚Warum?’ und ueber den Verbleib der restlichen Gruppe mussten wir uns nur wundern. Dank moderner Technologie, konnten wir uns doch per Handy austauschen. So zog dann eine Gruppe von 8 Damen in ein anderes Gebaeude um, wo bereits Mawinee an unserem reservierten Tisch sass und schon verschiedenste Thai Gerichte geordert hatte. Wie sich spaeter herausstellte, gibt es zwei Restaurants in verschiedenen Haeusern. Das aeltere vorne an der Strasse und ein voellig modernes hinten im parkaehnlichen Garten. So konnten wir in einem schicken Ambiente gut essen. Absolut empfehlenswert. Viel zu schnell wie immer verging dann die Zeit bei froehlichem Geplauder.

 

RR

 

 

 

 

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