Besuch bei DaimlerChrysler Thailand und dem Erawan Museum

 

 

 

‚Innovation ist der Motor unseres Unternehmens und der Schluessel zum weltweiten Erfolg von DaimlerChrysler’.

 

Dieser Satz steht nicht nur an erster Stelle im Geschaeftsbericht 2004 sondern auch ganz oben  in der Firmenphilosophie. Ebenso ist diesem Bericht zu entnehmen, dass der Konzernumsatz im Jahr 2004 Euro 142.1. Mrd betrug, und das bei insgesamt 4,7 Mio abgesetzten Fahrzeugen. Bis zum 31.12.2004 arbeiteten 384.723 Beschaeftigte weltweit und davon 185.154 in Deutschland. Eine attraktive Dividende von Euro 1,50 pro Aktie konnte vorgelegt werden und der Konzern kann sich mit 4.700 Patenten jaehrlich seine momentane  technologische Spitzenposition sichern.

 

Die DaimlerChrysler AG entstand im November 1998 aus dem Zusammen-schluss der Daimler-Benz AG und der Chrysler Corporation. Das Unternehmen blickt auf eine mehr als hundertjaehrige Tradition zurueck, die bei beiden Vorgaengerunternehmen durch Pionierleistungen im Automobilbau gepraegt ist. Heute ist DaimlerChrysler ein fuehrender Anbieter von ueberaus hochwertigen PKW, Gelaendewagen, Minivans und Pickups sowie der weltweit groesste Hersteller von Nutzfahrzeugen. Darueber hinaus ist DaimlerChrysler an der European Aeronautic Defence und Space Company (EADS), einem weltweit fuehrenden Unternehmen der Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie, mit 33% beteiligt.

 

Mit seinen starken Marken und dem umfassenden Angebot an Fahrzeugen, das vom Kleinwagen bis zum Schwer-LKW reicht und durch massgeschneiderte Dienstleistungen (Finanzierungs- und Leasingangebote, Versicherungen und Flottenmanagement) entlang der automobilen Wertschoepfungskette ergaenzt wird, ist DaimlerChrysler in nahezu allen Laendern der Erde vertreten. Das Unternehmen verfuegt ueber Fertigungskapazitaeten in insgesamt 20 Laendern. Die weltweite Vernetzung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitaeten sowie der Produktions- und Vertriebsstandorte eroeffnet dem Unternehmen beachtliche

Potentiale zur Effizienzsteigerung und damit Vorteile im internationalen Wettbewerb. Der Umsatz von DaimlerChrysler in Hoehe von Euro 142, 1 Mrd im Jahr 2004 wurde zu 33% vom Geschaeftsfeld Mercedes Car Group erwirtschaftet, zu 35% von der Chrysler Group, zu 23%  von den Nutzfahrzeugen, zu 8% vom Geschaeftsfeld Dienstleistungen und zu 1% im Segment Uebrige Aktivitaeten.

 

Das Produktangebot der Mercedes Car Group reicht von den hochwertigen Kleinwagen der Marke smart ueber die Premiumfahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, Mercedes-Benz AMG und Mercedes-Benz McLaren bis hin zur Luxuslimousine Maybach. Der Grossteil der Fahrzeuge wird in Deutschland gefertigt, das Geschaeftsfeld produziert aber auch in den USA, in Frankreich, Suedafrika, Brasilien, Indien, Malaysia, Thailand, Vietnam und kuenftig auch in China. Das Geschaeftsfeld Mercedes Car Group hat im Berichtsjahr 1.226.800 Fahrzeuge abgesetzt. Mercedes-Benz ist weiterhin die meistverkaufte Premiummarke der Welt. E-Klasse, S-Klasse, C-Klasse, SLK und SL sind weltweit Marktfuehrer in ihren Segmenten.

 

Bei unserer Werksfuehrung in Samut Prakan konnten wir uns dann von einigen Produkten und dem absoluten Qualitaetsbewusstsein der Firma persoenlich ueberzeugen. Mit Tee und Kaffee wurde unsere Gruppe mit 21 Drehscheiben-Mitgliedern von Khun Nan in der Lobby der Verwaltung sehr herzlich empfangen. Puenktlich startete Khun Soroj seine Praesentation ueber Zahlen und Fakten von DaimlerChrysler Thailand Limited. Dabei erfuhren wir alle moeglichen  Daten, wie Groesse des Gelaendes, Produktion und diverse technische Ablaeufe. Auch die Tatsache, dass seit 1975 die Familie Thonburi, TAAP (Thonburi Automotive Assembly Plant), die Autos vormals fuer Mercedes-Benz und jetzt fuer DaimlerChrysler baut.  Die Firma hat 500 Beschaeftigte, faehrt mit einer Schicht, produziert in diesem Werk zur Zeit die C-, E-, S-Klasse und demnaechst auch die A-Klasse. Pro Jahr werden 4000 Fahrzeuge gefertigt und 5204 Fahrzeuge verkauft. Erst vor kurzem bekam DaimlerChrysler Thailand den begehrten Quality Award, der fuer alle CKD-Werke weltweit gedacht ist. In diesem Zusammenhang wurden uns auch Begriffe erlaeutert wie CBU = completely built up (Fahrzeuge werden in anderen Fabriken produziert und nach Thailand importiert) sowie CKD = completely knocked down (Fahrzeugteile werden nach Thailand geliefert und vor Ort montiert). Es ist erstaunlich, aus wie vielen Einzelteilen ein Auto besteht. Beim Rundgang waren wir definitiv von der tollen Lagerhaltung fasziniert. Die vielen Einzelteile waren gemaess einer Kodierung entweder auf Paletten oder in gestapelten Containern gelagert. Der Hinweis, dass jedes Ersatzteil in ca.1 Minute zugaenglich gemacht werden kann, erschien uns fast unglaubwuerdig. Schritt fuer Schritt konnten wir bei unserer Werkstour sehen, wie mehr oder weniger in Handarbeit so ein Fahrzeug hergestellt wird. Sehr ueberrascht waren wir auch von der Tatsache der zwischendurch immer willkuerlich durchgefuehrten Kontrollen. Dies garantiert, dass ein in Thailand hergestelltes Fahrzeug total identisch ist, mit einem in Deutschland produzierten. Genaueste Masseinhaltung, praezise Ausfuehrung, saubere Lackierung sowie Gesamtqualitaet muessen dem vorgegebenen Standard absolut entsprechen. Selbst Strassenverhalten und Schutz vor exessiver Wassereinwirkung wird bei jedem Fahrzeug einzeln getestet, bevor die Endkontrolle das Protokoll abzeichnet und der Wagen ausgeliefert werden kann. Auditoren aus Deutschland kommen regelmaessig, um den reibungslosen und ordnungsgemaessen Ablauf in der Firma zu untersuchen und damit auch zu garantieren.

 

Alle unsere Fragen wurden von Khun Soroj mit aeusserster Sachkenntnis und viel Humor beantwortet. Waehrend unseres Rundganges hatte Khun Nan mit ihrem Team im wahrsten Sinne des Wortes gezaubert. Zurueck in der Lobby durften wir uns an weiss gedeckte Tische setzen. Wir wurden dann sofort mit kalten Getraenken und einem leckeren Essen verwoehnt. Zum Abschied bekam jedes Drehscheibenmitglied einen edel designten Schirm ueberreicht, den wir sicher in der momentanen Regenzeit bestens nutzen koennen. Vielen Dank!

 

 

Gestaerkt gingen wir dann ‚fast um die Ecke’ zum Erawan Museum. Dieses Museum, mit dem dreikoepfigen Elefanten bereits von Weitem zu sehen, wurde von Khun Lek Viriyapant errichtet. Die urspruengliche Idee war, seine wertvolle Antiquitaetenkollektion zu erhalten. Auch sollte es ein genereller Beitrag zum thailaendischen Kulturerbe sein. Viele dieser einmaligen Kunstgegenstaende waren heilige Objekte alter Kulturen. Gemaess Tradition und Ueberlieferung sollten diese Gegenstaende Wohlstand und Segen fuer Land und Leute bringen und auf keinen Fall an Aussenstehende gelangen. Um dies sicherzustellen, entschied Khun Lek sich, den himmlischen Elefanten Airavata aus der Hindu Mythologie fuer sein Projekt zu waehlen. Der Elefant wuerde ein Symbol fuer den Mittelpunkt des Universums sein und demgemaess sollte das Gebaeude symbolisch als das spirituelle Herz des Grundstueckes fungieren, wo die heiligen Gegenstaende des Landes untergebracht und verehrt werden koennen. Er entwarf das Gebaeude, und sein aeltester Sohn Khun Pagpean Viriyapant begann mit der Konstruktion. Bereits waehrend der Bauzeit zog das Gebaeude immer wieder Menschen an, die zum Verehren kamen. Leider verstarben Khun Lek und Khun Pagpean noch vor der Fertigstellung des Bauwerkes. Dem Wunsch Khun Leks entsprechend kuemmern sich nun seine Erben, diesen Platz fuer Zeremonien und Feste gemaess thailaendischer Tradition zu erhalten. Das Museum besteht aus 3 Etagen. Der Unterwelt, der religioesen Welt und dem Nirvana. In den Hinterbeinen des Elefanten befinden sich je ein Fahrstuhl und  eine Wendeltreppe, um in den Bauch – die oberste Etage – zu kommen. Ein deutscher Kuenstler hat die glaeserne Kuppeldecke gestaltet. Auf sehr clevere Weise wurde bei der Innenraumgestaltung Benjarong Porzellan verwendet. So entstanden sehr reizvolle Effekte bei Ornamenten und Figuren. Aeusserst aufwendige Zinnarbeiten befinden sich an den 4 Hauptsaeulen des Gebaeudes, die zum Teil noch in Bearbeitung sind. Das Erawan Museum wurde erst im Dezember 2004 vom Koenig eroeffnet. Ein Besuch in diesem aussergewoehn- lichen Museum ist durchaus empfehlenswert.

 

Noch vor unserer einkalkulierten Zeit war unser Mammutprogramm beendet. Dank des vorbildlich organisierten Lunches der Firma DaimlerChrysler Thailand konnten wir alle gut gestaerkt Arbeitswelt und Kulturwelt miteinander verbinden.

 

RR

 

       

 

 

 

 

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