Wir besuchen Thai Spinning Industries Co., Ltd. in Nonthaburi

 

 

                

Wir – das waren am 30. August zehn Drehscheibe-Damen und Isabelles Mann Robert. Ab bekanntem Treffpunkt "Robinson Asok" fuhren wir eine gute Stunde zu TSI nach Nonthaburi, wo wir von Khun Bom und ihrem Team begrüsst wurden.

 

Im Besprechungsraum gab es eine kurze Übersicht über Thai Spinning Industries, die sich auch gut und ausführlich im Internet darstellt: www.thaispinning.com. Jetzt wurden wir neugierig auf die Produktion.

 

Thai Spinning beschäftigt in Nonthaburi und den zweiten Standort, Bang Mot, 1.020 Arbeiterinnen und Arbeiter, die nach Mindestlohn bezahlt werden (ca. 182 THB/Tag). Die Fabrik ist unterteilt in Spinnerei, Färberei und Strickerei. Bei der Produktion wird darauf geachtet, möglichst schadstoffarm zu fertigen. Neben den Strickwaren ist auch eine Stoff-Konfektion im Entstehen.

 

Die Mehrzahl der Exporte geht nach Europa, aber auch nach USA wird geliefert und – was uns überraschte - nach China und Taiwan. 80 % des verarbeiteten Materials ist Acryl, aber auch Wolle und Baumwolle werden verarbeitet, je nach Wunsch der Hersteller wie z.B. Quiksilver, Sara oder Max Mara. Im Mustershop fanden wir einen Schal mit appliziertem D&C-Label. Jedes gewünschte Etikett wird eingenäht (mit und ohne "made in Thailand").

 

Wir wurden durch die Strickerei geführt und sahen, wie ein Pulloverarm entsteht oder Schals, wie Kinderpullover appliziert werden. Wieviel geschickte Hände sind dafür immer noch erforderlich. Wir konnten den Weg einer Serie von rosa und grauen Kinder-Baumwollpullovern verfolgen: von der Applikation übers Zusammenketteln, Aufdämpfen, die richtige Grösse prüfen (hier evtl. nochmal nachdämpfen/ stretchen), bis hin zur Qualitätskontrolle, dem Zusammenlegen für die verkaufsfertige Klarsichtverpackung. Für die Lieferung nach Kalifornien wurden auch schon die Preisetiketten angebracht: 32 US$ für den "Gymboree"-Kinderpulli, was bei uns gleich eine empörte Diskussionen auslöste. Mit H & M-Etikett kostet das Teilchen vielleicht "nur" 15 Euro? Nach einem kurzen Gang durch das Farblabor und die Färberei verabschiedeten wir uns vom netten Team der Thai Spinning Industries.

 

Es war wieder mal ein interessantes "Hinter-die-Kulissen-Gucken", ein Ausflug, der uns aber auch ein wenig nachdenklich stimmte: wie anonym sind die Warenberge, die wir durchwühlen, wieviele fleissige Hände sind an der Entstehung beteiligt.

 

 

30.08.2005 / AF

 

  

 

 

 

 

 

 

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