Siam Ocean World

 

      

Etwas frueher als gewohnt machten wir uns heute auf den Weg zum Siam Paragon, um eine eigens fuer die Drehscheibe arrangierte Sonderfuehrung in der Siam Ocean World zu erfahren. Wie immer ‚in time’, traf sich unsere Gruppe von 11 Mitgliedern im Eingangsbereich. Khun Kris, der Verkaufsleiter, hiess uns alle herzlich willkommen. Nach kurzer Abwicklung der Formalitaeten an der Kasse wurden wir bereits von unserem Englisch sprachigen Fuehrer, Khun Wan, erwartet. Nach einer nochmaligen Begruessung konnten wir dann die Sperren passieren und los gings ins Abenteuer der Unterwasserwelt. Neugierig folgten wir den Ausfuehrungen von Khun Kris und Khun Wan und hoerten gespannt, was es so mit dem einen oder anderen Seelebewesen auf sich hat.

Siam Ocean World ist ein Ableger der Oceanis Australia Gruppe, momentan der fuehrende Aquariumbetreiber in der Welt, mit mehr als 15 Jahren Erfahrung im Auqarium Geschaeft. Zur Zeit betreibt diese Gruppe vier weitere Aquarien an unterschiedlichen Flecken der Erde, wie z.B. in Australien, China und Sued Korea.

Diese verschiedenen Standorte waeren:

-          Australien, Melbourne = Melbourne Aquarium

-          Australien, Brisbane = Underwaterworld Sunshine Coast

-          China = Shanghai Ocean World

-          Sued Korea = Busan Aquarium

Siam Ocean World in Bangkok hatte erst im vergangenen Jahr, genau am 9. Dezember 2005, seine offizielle Eroeffnung. In dem Untergeschoss des neu erbauten und recht eleganten Siam Paragon Einkaufskomplexes mitten im Zentrum von Bangkok ist das moderne Aquarium untergebracht. Siam Ocean World ist das groesste Aquarium in Suedostasien. Es ist eine von Thailands neuesten Touristenattraktionen. Ausserdem ist diese interessante Institution mittlerweile bereits eine beliebte Anlaufstelle fuer Schueler, die ihre Kenntnisse bezueglich der Meeresumwelt und dessen Lebewesen erweitern wollen. Die eigentliche Vision der Siam Ocean World, die konstante Faszination des einzelnen Besuchers aufrechtzuerhalten, kann nur durch verschiedenste neue Errungenschaften und Ausbauten ermoeglicht werden. Das Ziel von Siam Ocean World ist es, als beliebtes Tagesausflugsziel fuer Gross und Klein zu gelten. Staendige innovative Ausstellungen, orientiert an einem Standard der Weltklasse, sollen eine allgemeine Wertschaetzung und ein bleibendes Bewusstsein fuer das bereits jetzt schon recht anschauliche Aquarium schaffen.

Die Gesamtinvestition dieser Einrichtung betraegt US $ 30 Mio fuer einen 10.000 sqm umbauten Raum, was groessenmaessig in etwa zwei Fussballstadien entspricht. Die Kapazitaet des Aquariums umfasst mehr als 4 Mio Liter Wsser, gleich drei Schwimmbecken im Olympia-Format. Eine zukunftsorientierte, massgeschneiderte und ausgereifte Technologie gestattet im Panorama Ozeanarium eine 360 Grad Rundumsicht, die einem das Gefuehl vermittelt, sich wie in einem mit 10,5 m im Durchmesser betragenden Goldfischglas zu befinden. Beim Durchschreiten des 270 Grad gewoelbten Tunnels kann der Besucher die Fische von allen Seiten sehen. Ploetzlich wird man ein Teil dieser unergruendlichen Unterwasserwelt. Die stellenweise Musikuntermalung unterstreicht noch zusaetzlich das Gefuehl des Abtauchens in andere Sphaeren.

Insgesamt gibt es dort 30.000 Meerestiere, bestehend aus 400 Arten, welche Pinguine, Grau-   Haie, Elefantenruesselhaie, riesige Spinnenkrabben uvm. einschliessen. Ganz witzig war bereits das erste kleine Aquarium am Beginn unserer Tour, wo wir die fingerdicken Gartenaale sehen konnten, die nur ihre Koepfe aus dem Sand herausstreckten, obwohl sie mehr als 35 cm lang sind. Dieses Bild mutete ebenso surrealistisch an wie im nebenan liegenden Becken der Nautilus, der in Zeitlupe durchs Becken zu schweben schien. Dieser sieht aus wie eine Kreuzung aus Muschel und Schnecke mit den Bewegungen eines Seepferdchens und kann bis zu 35 cm Durchmesser gross werden. Der Nautilus bewegt sich, in dem er Wasser durch eine Roehre blaest. Dies ist ein aehnliches Prinzip wie bei einem Duesenantrieb. Die Artenvielfalt war schon bezaubernd anzusehen. Dabei konnten wir vom Ananasfisch und von Muraenen, vom duennen Bandaal und auch von dem Steinfisch erfahren, der als hochgiftiger Meeresbewohner sogar fuer den Menschen toedlich sein kann. Er lebt voellig versteckt an Unterwasserfelsen und wartet nur auf Beute, dabei unterscheidet er sich ueberhaupt nicht von seinem Umfeld.

Durch die Regenwaldanlage, vorbei an einer nett angelegten Gartenterrasse, gelangten wir zu einem kleinen Aquarium in einer Hoehle. Diese Behausung wurde speziell fuer den blinden Hoehlenfisch geschaffen, der sich nur mit Hilfe seiner guten Nase orientieren kann. Nebenan konnten wir beobachten, wie ein Taucher als Unterwassergaertner diverse Pflanzen in den Sand eingrub. Freundliche Mitarbeiterinnen empfingen uns dann in einer Abteilung mit verschiedenen flachen Becken fuer Seesterne und Seegurken. Wir wurden mit einem vielversprechenden Laecheln ermuntert, diese Tiere ganz sanft zu beruehren. Nach Ueberwindung einer gewissen inneren Huerde konnte man ertasten, wie unterschiedlich rauh oder auch samtig weich sich so eine Umhuellung anfuehlen kann.

Uns wurde ein in der Ausstellung befindliches Stueck Acrylglas in recht stattlicher Groesse gezeigt, um zu demonstrieren, wie so eine Verglasung mit ihren 15 cm Wandstaerke die Wassermassen abhalten soll. Die Tatsache der Wandstaerke samt Kruemmung bewirkt, dass man vor einem nach aussen gewoelbten Becken stehend die Fische ungefaehr 30 % groesser erlebt und beim Durchgang im Tunnel die Fische dann ca. 30 % kleiner sieht. Die momentane Sonderausstellung unter dem Motto ‚Polar Festival’ soll den Besuchern ein Bild vom Leben der Eskimos in der Arktis vermitteln. Wir konnten eine Schleuse mit einer Temperatur von 10 Grad Minus durchschreiten, um eine kleine Ahnung von kaelteren Gefilden zu bekommen. Allein diese Erinnerung hatte bewirkt, dass wir fast alle uebereinstimmend zu dem Schluss kamen, dass die konstante Waerme in Bangkok auch nicht so schlecht zu sein scheint.

Kurz vor 11 Uhr wurden wir zu den Sitzen gegenueber einem Tauchbecken von mehr als 6 m Tiefe gebeten, denn dort bekamen wir eine Fischfuetterung durch einen Taucher zu sehen, die immer stuendlich stattfindet. Mit diesem Taucher konnte dann ueber ein Sprechsystem und Mikrophon kommuniziert werden. Sogleich stuermten diverse Schulklassen heran, um das Spektakel zu erleben. Unser Fuehrer war so hoeflich, uns einige Dialoge bzgl. gewisser Fragen und Antworten zu uebersetzen. 

Siam Ocean World bietet Kindern aller Altersgruppen eine Vielzahl von ausgezeichneten Programmen, sowohl in thailaendischer als auch in englischer Sprache, an. Es werden auch Uebernachtungsprogramme angeboten, die sicher eine aussergewoehnliche Erfahrung mit garantierter Spannung im sonst manchmal hektischen Kinderalltag bedeuten koennen. Dazu tragen sicher nicht nur die dafuer bereitgestellten Schlafsaecke in Haifischform und –design bei.

Zu unser aller Vergnuegen stellten wir uns dann fuer eine Fahrt mit dem Glasbodenboot an. ‚Safety first’ – ohne Schwimmweste geht gar nichts. Als wir dann auf dem schaukelnden Boot waren, gaben uns nicht zuletzt diese Sicherheitsmassnahmen ein gutes Gefuehl. Wir wurden von zwei kompetenten Mitarbeitern begleitet, die uns immer wieder auf Fische und andere Meeresbewohner aufmerksam machten und alles in bestem Englisch erklaeren konnten. Diese Fahrt erlaubt die Sicht aus der Vogelperspektive ueber das bewegte Leben im kuenstlich geschaffenen Ozean. Darueberhinaus bietet es die Moeglichkeit naeher an Haifische und Stachelrochen zu kommen. Laut Werbung fuer mutige Teilnehmer auch eine Gelegenheit, diese Meeresbewohner mit den blossen Haenden zu fuettern. Diese Aufforderung schien aber heute keine Gueltigkeit zu haben. Nichtsdestotrotz tue ich nun vielleicht manchen dieser Artgenossen auch Unrecht, indem ich nach dem tragischen Unfall des australischen Originals und Naturforschers ‚Crocodile Hunter’, Steve Irvine, der vor ein paar Wochen beim Filmen einer Unterwasserszene von einem Stachelrochen toedlich ins Herz getroffen wurde, es schaetze, etwas mehr Abstand zu halten. Dennoch ist es schon irrsinnig beeindruckend in dieses Meeresleben, wenn auch nur mit Hilfe eines Glasbodens im Boot, ein wenig eintauchen zu koennen.

Ein weiteres Programm, das wir bereits in der Planungsphase aussen vor gelassen haben, waere das Tauchen mit den Haien. Fuer mutige und abenteuerlich angehauchte Festlandbewohner bietet das Aquarium eben dieses Programm an, wo man im groessten Bassin Scuba tauchen kann. Dies wird einem vielleicht etwas annaehernd das Gefuehl vom offenen Meer mit all seinen Bewohnern wie Haien, Rochen und jeder Menge anderer Fischarten vermitteln koennen. Hausintern wird dieses Programm auch als ‚Der ultimative Tauchvorgang mit den absoluten Raubtieren’ genannt.

Das ‚State of the Art’ 4D-Xventure Kino komplementiert sicher die vielfaeltigen Erfahrungen in der Siam Ocean World. Dort kann man einen Film anschauen und gleichzeitig mit den 3D-Effekten auch Wind, Wasser, Gerueche, Bewegungen und Raumklang erfahren. Dies waere fuer uns zeitlich nicht mehr machbar gewesen und stand auch gar nicht erst zur Diskussion. Es ist aber bestimmt ein tolles Erlebnis und bietet sich vielleicht als Highlight fuer einen weiteren Besuch an.

Nun durften wir hinter verschlossene Tueren schauen. Ross, ein Meeresbiologe und hier der stellvertretende Verwalter der Siam Ocean World erwartete uns schon. Er gab einen kurzen Abriss ueber die Wasseraufbereitung, Fuetterung und Quarantaeneabteilung fuer die Fische. 20 Tonnen Salz aus dem Roten Meer, das ca. alle 2 bis 3 Monate aus Israel angeliefert wird, wird mit dem Wasser aus der lokalen Wasserversorgung Bangkoks aufbereitet. Dies geschieht mit Hilfe umfangreicher Pumpen- und Filtersysteme. Jeden Tag werden bestimmte Mengen des aufbereiteten Wassers mit Ozon angereichert und kontinuierlich in die Becken geleitet, um die Qualitaet des kuenstlichen Meerwassers in Balance zu halten. Staendige Kontrollen garantieren einen reibungslosen Ablauf. 19 festangestellte Mitarbeiter sind allein fuer diesen Sonderbereich zustaendig und muessen dabei fuer alle Taetigkeiten einsetzbar sein, selbst fuer saemtliche Tauchvorgaenge. Die Fische werden teilweise bis zu viermal am Tag gefuettert, was einen Futterverbrauch von 55 kg pro Tag erfordert. Uns erschien diese Angabe als relativ gering, wobei Ross versicherte, dass dies mehr als ausreichend sei.

Wir wurden immer wieder freundlich gebeten, Fragen zu stellen. Was uns verstaendlicherweise hauptsaechlich interessierte, war die Wartung und Versorgung des Aquariums. Dazu konnten wir hoeren, dass insgesamt ca. 130 Mitarbeiter, ohne Hauspersonal,  fest angestellt sind und davon jeden Tag 90 Personen vor Ort sein muessen. Die Wasserbecken werden jeden Morgen ab 7 Uhr gruendlich gereinigt, indem Taucher auch von innen die Scheiben putzen. Und dienstags ist regelmaessig der Grossputztag fuer das gesamte Aquarium. Rund um die Uhr steht ein verantwortlicher Tierarzt fuer eventuelle Notfaelle zur Verfuegung. Nachts wird das Licht bis auf die Notbeleuchtung ausgeschaltet, damit die Tiere ihren natuerlichen Rhythmus finden koennen. Die konstante Wassertemperatur im grossen Becken betraegt 25 Grad, in anderen Becken je nach Tierart ca. 14 Grad und fuer die Pinguine sind 18 Grad angemessen. Die Wassertiefe in den groesseren Becken betraegt zwischen 3,5 m und 5 m. Meine Frage ‚was passiert, wenn eine Scheibe brechen sollte’ habe ich dann doch nicht mehr zu stellen gewagt. Diese 15 cm dicken Acrylglaswaende haben mich wahrscheinlich mehr oder weniger ueberzeugt. Ross allerdings hatte waerend seiner Ausfuehrungen beilaeufig erwaehnt, dass die Wassermassen mit einer absoluten Geschwindigkeit von 55 m/sec abgesaugt werden wuerden. Allein der Gedanke daran gab mir eine leise Idee von ‚Was waere wenn?’. Aber dies passiert ja eigentlich in der Regel nur in Kinofilmen! Was auch interessant war ist, dass es in den kuenstlich angelegten Wasserbecken keine natuerlichen Korallen oder Seetang gibt. Dies wird von den thailaendischen Behoerden aufgrund von gewissen Bestimmungen nicht erlaubt, ebenso wie die Haltung von Piranhas. Fragen ueber Fragen, aber alle wurden zu unserer vollsten Zufriedenheit und mit viel Geduld beantwortet. Wir bedankten uns bei Ross fuer seine Zeit und dabei war uns allen klar, dass dieser Blick hinter die Kulissen sicher eine besondere Angelegenheit war.

Nun war es bereits 12 Uhr und wir wurden von Khun Kris und Khun Wan per Wai und zum Teil auch in deutscher Sprache verabschiedet. Es wurde ausdruecklich betont, dass wir noch gerne herumschauen koennten, falls wir noch Zeit und Lust haetten. Doch nachdem wir so behutsam und mit ausfuehrlichen Erklaerungen versehen durch die Siam Ocean World gefuehrt worden waren, war unser Bedarf an Informationen vorerst gedeckt. Wir bedankten uns recht herzlich fuer die interessante Fuehrung. Auch moechte ich mich bei Khun Bam (Sales Manager) , Khun Kantaporn (Chief of Marketing and Sales) und nicht zuletzt bei Geoffrey Olson (Managing Director) ganz herzlich bedanken, die diese Tour letztendlich ermoeglicht bzw. ihr zugestimmt haben.

Waehrend meiner E-mail Korrespondenz mit Khun Kantaporn fiel mir am Ende ihrer Mails stets ein in roter Farbe gedruckter Satz ins Auge, der lautet - ‚ A personal mission statement becomes the DNA for every other decision we make’ - (Stephen R. Covey). Diese Aussage fand ich doch recht interessant und nachdem die Verhandlungen anfaenglich leider manchmal etwas zaeh waren, haben mich die Worte schon etwas hellhoerig und neugierig gemacht, ja fast zum Aufbau einer inneren Erwartungshaltung bewogen. Nach unserem heutigen Event kann ich dazu aber nur noch sagen ... ‚WELL DONE !!!   -   THANK YOU !!!’.

10.10.2006 / RR

 


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