DREHSCHEIBE


Thai Lernen...einmal anders

 

 

                    

 

Diese Herausforderung nahmen immerhin 17, sicher nicht nur wissbegierige sondern zum Teil auch „Thai-sprachmüde“ Mitglieder der Drehscheibe ohne lange zu zögern an. Haben nicht die meisten, vielleicht schon vor längerer Zeit, über Monate bzw. Jahre für zum Teil nicht unerhebliche Stunden irgendwelche Sprachschulen, Privatlehrer, Audio-Programme, etc. mit meist anfangs mehr und dann immer weniger Begeisterung konsultiert? Als Ergebnis ... leider ... die Erkenntnis ...  „Frust nicht ausgeschlossen“. Ist diese Sprache zu komplex???, unsere westliche Auffassungsgabe für Toene zu beschränkt???, der Zeitaufwand nicht ausreichend??? – woran liegt es, dass immerhin ein großer Anteil der wirklich Lernwilligen einfach nicht das Aha-Erlebnis bekommt und sich verständlich machen kann bzw. verstanden wird in dem Land, in dem wir momentan leben? Es hängt bestimmt nicht am einzelnen Intellekt, der Finesse von Aussprache, dem nötigen zeitlichen Input oder der Möglichkeit das Erlernte umzusetzen. Ebenso den Lehrmodalitäten eines jeweiligen Lehrers ist es nicht zuzuschreiben, dass so wenige in der Lage sind, sich relativ kompetent in der Thai-Sprache zu verständigen. Aber wo liegt das Problem nun? Dies herauszufinden war sicher in so mancher Interesse.

 

  

 

Ausnahmslos alle der Anwesenden waren neugierig und offen genug, den Kniff zum persönlichen Erlebnis der Kommunikation zu erfahren. Gary Orman, der über viele Jahre den Zugang zu Sprachen erforscht hat, tat alles in seiner Möglichkeit, um uns dabei zu unterstützen. Immerhin hielt er sich diesen Dienstagvormittag in seinem sehr ausgebuchten Terminplan frei, brachte auch seinen Projektor mit und organisierte auf die Schnelle, nur wenige Minuten vor dem Beginn des Vortrages, noch ein paar nötige Verbindungskabel, um die Technologie zum Laufen zu bringen.

 

  

 

Ein paar Worte zur Person und schon waren wir konfrontiert mit Vokalen, Konsonanten, Silben und leider auch unumgänglichen Ausnahmen der Thai Sprache. Gespannt lauschten wir seinen Erklärungen. Teils belustigt, teils hinterfragend konnten wir seiner ‚Rapid Method’ folgen. Immer wieder ermutigte er uns, bei Nichtverstehen einfach die Hand zu heben, damit er geduldig auf jeden Einzelnen eingehen konnte. Es wurde erst fortgefahren, wenn die Gruppe signalisiert hat, dass das Vorgetragene auch mehr oder weniger verstanden wurde.

 

 

Der Vormittag war amüsant und doch auch anstrengend. Zwischendurch gab es sicher Momente, in denen uns sichtlich der Kopf rauchte. Im zweiten Teil ging es dann um die verschiedenen Töne der Thai Sprache. Auch wenn mancher Lernabschnitt eine Herausforderung für so manches Hirn war, verhalf uns Garys Begeisterung wieder zur nötigen Aufmerksamkeit. Je nach Ton und Wortzusammensetzung hüpfte er Hände wedelnd vor seiner Powerpoint-Präsentation herum, um uns das Erzählte verständlicher zu machen. Immer wieder gab es kurze Passagen, wo wir das bereits Gehörte anwenden konnten. Unter viel Gelächter konnten wir uns diverse, wirklich schräge Buchstabenbilder einprägen. Gemäß Garys Aussage: Fakt ist immer, je kurioser das Bild, um so nachhaltiger der Merkeffekt.  Ladyboys mit haarigen Beinen, Resultat von Nailboots im zwischenmenschlichen Zusammentreffen, Ego-Tripp bei Push-ups vor einem Spiegel im Gym, extreme Verrenkungen bei Meditationspostionen, etc. sind nur einige Beispiele, um unsere visuelle Vorstellungskraft bis auf das Äußerste herauszufordern. Zum Glück konnten wir Damen einigermassen folgen und nach wiederholtem Erklären war allen klar, was jeweils gemeint ist.

 

 

Ladyboy Carrying a Cactus – Aaaah what a relief! – Ladyboy Wiggling legs

c-aah-w khaaow (flat tone) – smelly/fishy

IMAGINE a cow walking along a long flat beach, eating rotten
smelly fish that are littered all along the beach.
(The cow leaves a trail of foul fish-smelling manure behind her!)

 

Dann gegen Ende von Garys Präsentation konnten wir anhand von Fotos unser Erinnerungsvermögen testen. Die projektierten Schriftschilder, die uns alle im täglichen Leben umgeben, durften wir nun entziffern. Absolut erstaunlich war die Trefferquote. Viele von uns konnten nach kurzem Überlegen erkennen, was das Schild vom Wort her heißen soll. Natuürlich fehlte uns nun die Übersetzung, aber immerhin konnten wir es lesen. Wie Gary betonte sei das nur ein kurzer Prozess, bevor dann ganz automatisch das Verstehen der Sprache folgen wird. Das Erkennen der einzelnen Buchstaben ist die Basis zum Hören und anschließenden Interpretieren der Thai Sprache bei dieser Methode. Wie Gary auch bereits am Beginn des Vortrages erklärte, lernen Erwachsene mit dieser Methode viel schneller. Für Kinder bis zum Alter von ca. 12 Jahren ist die herkömmliche, in Sprachschulen verwendete Technik, die bessere. Kinder verstehen über das Hören, wogegen wir Erwachsenen erst einmal verstehen wollen, bevor das Hören funktioniert – was uns irgendwie auch einleuchtete.

 

 

Noch bevor der Vortrag zu Ende war, entwickelte sich so ein gewisser Ehrgeiz beim Entziffern der jeweiligen Buchstaben und Schriftbilder des angezeigten Wortes. Dieser Effekt ist zu vergleichen mit einem Puzzle. Man will einfach das „Bild“ vervollständigen.

 

Sichtlich beeindruckt von der Einfachheit der Technik und der eigentlichen Logik, dies auch im täglichen Miteinander umzusetzen, war das Interesse an einem Kurs groß. Garys ehrliche Absicht beim Näherbringen seiner Methode und seine Begeisterungsfähigkeit haben uns wirklich überzeugt, dass dieser neue Ansatz sicher einen Versuch wert wäre.

 

Die Zeit verging wie im Fluge. Nach anfangs rauchenden Köpfen lichtete sich der Nebel und ein gewisses Verständnis machte sich breit. Mit erneuter Hoffnung, doch noch einmal in Thai kommunizieren zu können, bedankten wir uns bei Gary für seine unermüdliche und ermunternde Art, uns mit seiner Lernmethode bekannt zu machen. Sicher war es ein Anreiz, bereits auf dem Nachhauseweg diverse Schriftzüge und Autonummernschilder zu entziffern. Einige Favoriten bei den Zeichen zum visuellen Umsetzen waren bestimmt vorhanden, aber auch der Rest scheint sich fast automatisch einzuprägen – oder besser einzuschleichen. Es ist wie ein kleiner Virus, der sich nun beim Betrachten von Buchstaben in Gang setzt und zum Entziffern verleitet. Ja, es macht sogar richtig Spaß!!!

 

Wer mehr über Gary Orman und sein Lernprogramm sowie sein e-book zum Selberlernen erfahren möchte, kann dies anhand seiner Webseite tun: www.learnthaionline.com

 

Ebenso ganz herzlichen Dank an David Bidmead von der CoffeeSociety für die kostenlose Überlassung der oberen Etage, samt Kühlung und - wie immer – dem freundlichen Service.

 

 

12/3 Silom Road
Suriyawong, Bangrak
Bangkok Thailand 10500

http://www.coffeesociety.co.th/about.htm

 

 

18.08.2009 / RR

 

 

 

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