German Speaking Women's Group of Thailand

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Besuch auf der Kaffeefarm Suan Lahu in der Provinz Chiang Rai

 

        

Am 20./21. März besuchten drei Drehscheibe-Mitglieder die Kaffeefarm Suan Lahu, malerisch gelegen in den Bergen zwischen Chiang Mai und Chiang Rai, in der Nachbarschaft der Lahu Dörfer Doi Mot und Huay Nam Rin.
Farm-Eigentümerin Carina Zur Strassen holte uns netterweise direkt am Flughafen Chiang Mai ab und unser erster Stop war der Einkauf auf dem Markt; unser Wunsch für das Abendessen - Hühnersuppe - wurde prompt befolgt. Weiter ging es immer höher in die Berge, liegt die Kaffeefarm doch auf 1100 m. Die letzten Kilometer zur Farm sind derzeit nur mit Allradantrieb zu bewältigen, doch eine gerade im Bau befindliche Straße macht die Farm schon in Kürze viel leichter erreichbar.

     

Am späten Nachmittag kamen wir mit dem letzten Tageslicht an und nach einem kurzen Rundgang über die malerisch gelegene Farm (und einer ersten Tasse Suan Lahu Kaffee, zahlreiche weitere sollten folgen :-)), bezogen wir unsere Schlafstätte für die Nacht, das offene Langhaus, und bekamen von den Arbeitern auf der Farm ein köstliches Abendessen kredenzt. Lahu-Frauen und -Kinder aus dem nahegelegenen Dorf kamen dazu und mit Carina als Dolmetscherin haben wir viel Interessantes über das Leben der Lahu und die Farm erfahren. Auch konnten wir einige Kleidungsstücke der selbstgenähten Lahu-Trachten erstehen. Carina zur Strassen und ihr Team verfolgen einen partnerschaftlichen, gleichberechtigten Ansatz und wollen auf ihrer Farm nachhaltig, unter der Kultivierung traditioneller Arbeitstechniken wirtschaften. Zahlreiche Projekte, die der ganzen Dorfgemeinschaft zu gute kommen, gehören zum Konzept, z.B. Stipendien, ein Fond für Gesundheitsvorsorge oder das Schaffen eines Arbeitsplatzes für einen blinden jungen Mann aus dem Dorf.

     

Nach einer erholsamen Nacht in angenehm kühler Luft machten wir uns früh am nächsten Morgen auf den Weg den steilen Hang hinaus, um die Farm unter fachkundiger Führung zu erkunden.
Carina und ihr Team haben die Farm Anfang 2009 übernommen und stellen gerade auf organischen Anbau um. Um die Kaffeefarm über die Jahre gleichmässig produktiv zu halten, werden eigene Setzlinge gezüchtet. Des weiteren ist die seltene Zibetkatze auf der Farm zu Hause, die Kaffeekirschen frißt und wieder ausschneidet. Durch enzymatische Prozesse wird der so gewonnene Kopi Luwak Kaffee (auf Suan Lahu heißt er
Ca(t)puccino) so veredelt, dass einer der wertvollsten Kaffees der Welt entsteht, der sehr aufwendig per Hand gesammelt und sortiert werden muss. Zusätzlich lernten wir viel über Kaffeeanbau im allgemeinen, denn Carina und Drehscheibe-Mitglied, Kerstin May, die selbst sieben Jahre im Kaffeegeschäft tätig war, ließen uns bereit willig an ihrem Wissen teilhaben. Ein Besuch bei der benachbarten Thai-Boxen-Schule und im Lahu-Dorf rundeten das Vormittagsprogramm ab.

Nach einem reichhaltigen Mittagessen, wieder gekocht von den Arbeitern auf der Farm, kam der nächste Höhepunkt unseres Aufenthalts: Wir durften unseren eigenen Kaffee rösten - auf einem nahezu antiken Handröster, den ein Frankfurter Kaffeeröster, der begeistert von Suan Lahu ist, Carina und ihrem Team überlassen hat. Man glaubt es kaum: Es hat nicht nur Spaß gemacht, das Ergebnis war auch mehr als trinkbar.

     

Fazit unserer Reise: Wir hatten eine tolle Zeit in wunderschöner Umgebung bei sehr netten, gastfreundlichen Menschen und haben viel gelernt. Einen Ein- oder Mehr-Tages-Ausflug zur Suan Lahu-Farm können wir jedem empfehlen, der sich für Eco-Tourism und/oder Kaffeeanbau interessiert und einen Homestay in einer Lahu-Gemeinde machen möchte, bei der das Geld tatsächlich 1:1 der Community zu gute kommt.

Bei Interesse kann die Reise gerne im kommenden Jahr wiederholt werden und auch Individualbesucher sind jederzeit auf Suan Lahu willkommen. Details können bei Kerstin May erfragt werden.

 

01.05.2010 / Kerstin May

 

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