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Besuch einer Goldblättchenfabrik

 

Mit tonnenweise Gold werden in Thailand Buddha-Statuen und Tempel verziert. Verwendet wird hauchdünnes Blattgold, die Tempel verkaufen die briefmarkengroßen Goldblättchen für ein paar Cent. Besucher können es selbst aufkleben, das Gold haftet von allein. Das ist eine gute Tat, die Meriten für das nächste Leben bringt. Das Edelmetall wird als Symbol der Reinheit geschätzt und es soll das Böse vertreiben.



Es fließt viel Schweiß, um das Gold so dünn zu hämmern, und das durften sich 19 Drehscheibe Damen am 06.09.2011 im Betrieb der Familie Sangwijit, einer Blattgoldfabrik in Sainoi 50 Kilometer nordwestlich von Bangkok, ansehen. Blattgold stellen vor allem Familienbetriebe her. Wie viele, ist unbekannt.

Wenn der Goldschläger den Hammer schwingt, tanzen die Tätowierungen auf seinen muskulösen Oberarmen. Eine Schweißperle rollt herab, aber erwischt nichts weg. Er schwingt den fünf, sechs Kilogramm schweren Hammer im Sekundentakt, präzise und ohne Unterlass. Das Werkzeug saust mit so viel Wucht auf ein kleines Lederpäckchen, dass der Boden vibriert. Darin ist Gold, in dünnen Blättchen. Bird, wie der junge Mann sich nennt, muss diese Blättchen noch dünner hämmern. Etwa ein zehntausendstel Millimeter ist das Ziel.

   


In einer Fabrik wird Gold so dünn wie Zeitungspapier gewalzt. Daraus werden 50x50-Millimeter-Quadrate geschnitten, die Bird erst auf Handtellergröße und dann noch einmal auf das Doppelte hämmern muss. Sechs Stunden dauert das. Mit knappen Pausen, weil das Gold sonst abkühlt und weniger dehnungsfähig wird. Sein Arbeitsplatz ist ein dunkler Schuppen mit Wellblechdach im Hinterhof des Hauses. Bird steht barfuß in einer Vertiefung im Boden auf Kissen. Das federt die Stöße etwas ab. Am Ende hat er 1440 Blatt, rund 30 Gramm, unter dem Hammer.
 


   

Vier Frauen sitzen im Schneidersitz vor einer kleinen Werkbank auf den Boden. Auf einem Kissen schneiden sie die Goldblättchen in die verkaufsgerechte Größe. Khun Jamjan bläst sachte, und das Gold hebt sich vom Papier. Mit einem Holzmesser legt sie es auf eine kleine Pappe. Der Hauch von Nichts kommt in ein Pappkärtchen und ist fertig zum Verkauf.  «Ich schaffe etwa 1000 Stück am Tag», sagt sie. Viel Arbeit für die kleinen Goldblättchen und wieder einmal ein interessanter Vormittag für die Drehscheibe.

            

Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es zurück Richtung Bangkok.

        

23.09.2011 / zusammengestellt aus einem Bericht von Christiane Oelrich, dpa

 

Der gesamte Bericht

   

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