German Speaking Women's Group of Thailand

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Irma und die Puppen

 

Am 2. Oktober 2012 hatten wir das Glueck, das Haus der Frau Irma Gustafsson zu besuchen, oder genauer gesagt, das Haus der Irma-Puppen, denn laut Irma sind Irma und ihr Mann nur  Mitbewohner, denen es erlaubt ist mit den Puppen dort zu wohnen:))


     


Hinter einem grossen Tor und Baeumen war der Eingang des Hauses, der Eingang zur Puppenwelt, die wir in diesem Ausmass nie erwartet hatten.
300 Puppen wohnen naemlich in dem dreistoeckigen Haus, und Irma fing an, uns die Geschichten zu erzaehlen, die sich hinter diesen Puppen 
verstecken. 

Waehrend der drei Stunden, als wir das Haus erkunden durften, waren wir nicht mehr in Bangkok, nicht mehr in der Menschenwelt, sondern in der Puppenwelt.Jede Puppe, die durch Irmas Inspiration und Fantasie zum Leben erweckt worden ist, hat ihre eigene Existenz, Geschichte und ihren eigenen Charakter. Irma hat den Puppen   mit ihrer Liebe und Fantasie sozusagen  Leben eingehaucht.

Wenn man ihren Lebenslauf gehoert hat und welche Sprachen Irma alle beherrscht (Sinologie studiert und auch Japanisch selber beigebracht), 
kann man sich sehr gut vorstellen, dass Irmas Welt unwahrscheinlich gross sein muss, ja -  und sie kann sicherlich auch mit Puppen 
kommunizieren:)) Es gibt wohl nicht viele Plaetze auf der Welt wie dieses Haus, wo einem  die Fantasie zur Wirklichkeit zu werden scheint.

Michiyo

   

Am Dienstag, den 2.10.2012 besuchten einige „ Drehscheibenfrauen“ und ein Gast Irma Gustafsson. Schon ein Schild „ Drehscheibe“, außen am Gartentor  angebracht, ließ uns wissen: wir sind richtig.  Irma hieß uns herzlich willkommen und öffnete uns die Tür zu ihrem Haus. Was war das für eine Überraschung: erwartet hatte ich einige Vitrinen, in denen Puppen nett hinter Glas zu sehen sind. Aber dies hier war etwas völlig anderes.

  

Und dann begann Irma zu erzählen. Man spürte sofort: dies ist ihre eigene Welt. Und man fragte sich unwillkürlich: was wäre Irma ohne ihre Puppen?  Oder gar umgekehrt? Durch viele Erzählungen und Geschichten ließ Irma eine Persönlichkeit aus ihnen werden und sie bekamen so etwas wie eine „ Puppenseele“.

Die Besucher, die es wollen und sich darauf einlassen, tauchen in eine Welt außerhalb der Wirklichkeit ein– und wer sich entführen lässt, erlebt Szenen z.B aus dem Alten Testament oder ein Wohnzimmer voller gutgekleideter Damen und Herren, die nur darauf warten, dass am Abend Irmas Mann den einzigen puppenfreien Platz, der ihm geblieben ist, einnimmt, um Nachrichten zu schauen. Irma lässt sich von ihrer Umwelt, von Gesehenem, Gelesenem und Erlebtem inspirieren. Dann entstehen Puppen, die durch ihre Geschichten eine Seele bekommen und sobald sie einen Platz im Hause gefunden haben, eins werden mit ihm und zur Familie gehören.

Immer wieder erstaunen einen die vielen Kleinigkeiten, liebevoll und sorgfältig zusammengesucht – meist selbst hergestellt - die diese kleine Welt so außergewöhnlich machen. Fragt man Irma z.B: „ Wo hast du denn diese kleine Uhr gefunden, die der Herr in seiner Hand hält?“   „Selbstgemacht“  und dann lächelt sie und erfreut sich an den ungläubigen Blicken. Es sind nicht nur die Puppen mit ihren Geschichten, ihren Kleidern, den liebevollen Details, es ist vor allem Irma die mich beeindruckt hat.

Eine Persönlichkeit mit einer lebendigen Geschichte und einem spannenden Leben. Liebenswert, klug, noch immer voller Ideen und einer nimmermüden Schaffenskraft. Irma schuf eine Welt für die Puppen und mit den Puppen. Diese Wesen dominieren das kleine verwunschene Haus hinter der grünen Blätterwelt.

Noch einmal möchte ich mich ganz herzlich bei Irma dafür bedanken, dass sie den grünen Vorhang für uns gehoben und uns hineingelassen hat  in ihre Welt -  die uns von Zimmer zu Zimmer in Erstaunen versetzt hat.

Danke, Silvia

 

 

 

 

 

 

 

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