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Radtour durch Bangkok und das Naturschutzgebiet Bang  Ka Jao

Das ich jemals durch Bangkoks Straßen radeln würde wäre mir nie im Traum eingefallen. Doch das geht.

Wir starteten unser Abenteuer mit dem Fahrrad  am 12. Februar um 9 Uhr, mit 10 Damen und 2 Herren der Drehscheibe. Unser Treffpunkt ist ABC Amazing Bangkok Cyclist Tours.

Michiel, der Chef des Unternehmens und zugleich unser Guide für den Tag, gibt uns noch Informationen zu unserer Tour. Wir müssen leider unsere Rucksäcke im Büro lassen, da er aus Erfahrung weiß, dass es mit den Rucksäcken am Rücken doch sehr warm werden würde. Außerdem laufen wir nicht Gefahr, die Rucksäcke irgendwo liegen zu lassen. Für unsere Verpflegung ist auch gesorgt.

Wir bekommen alle ein Rad zugeteilt, dann noch schnell ein Gruppenfoto gemacht und los geht’s. Wir fahren ein Stück über die Sukhumvit und biegen dann in eine Seitenstraße ab. Kommen an Stellen vorbei, die man so nie sehen würde. Wir sind mitten im Leben, der Hintergassen von Bangkok. Der krasse Gegensatz,  zum Leben in dem  reicheren Teil der Stadt, ist ganz deutlich zu sehen. Dort sieht man, wie die Leute mit einfachsten Mitteln ihr Leben gestalten und in welch primitiven Behausungen sie leben.

    

Michiel lotst uns durch die kleinen Gassen, bis hin zum Klong Toey Frischmarkt. Anstatt abzusteigen schlängeln wir uns langsam zwischen den Ständen durch. Das ist zum Teil sehr eng. Bloß nicht den Vordermann verlieren. Vorsichtshalber bleibt unser Anführer immer wieder stehen, um auf den Rest der Meute zu warten. Auf dem Markt gibt es viel frisches Obst, Gemüse Fleisch und frischen Fisch zu kaufen Dort herrscht ein reges Treiben. Wir verlassen den Markt und fahren in einer  Kolonne auf eine große und viel befahrene Straße zu unserem nächsten Ziel. Das ist ganz schön abenteuerlich, sich so auf Bangkoks Straßen zu bewegen. Aber es geht. Die Autofahrer nehmen Rücksicht auf uns. Das sehen sie ja auch nicht alle Tage, so eine Schlange auf Rädern.

     

Wir fahren weiter zum Hafen, wo wir auf die Verladung unserer Fahrräder auf ein Boot warten. Nachdem unsere Drahtesel verstaut sind, dürfen auch wir auf das Boot, mit dem wir auf die andere Seite übersetzen. Unser Ziel heißt: Bang Ja Jao. Dort setzen wir unsere Fahrt fort. Jetzt heißt es Sattel runter, damit wir jeder Zeit Bodenkontakt haben. Die Fahrt geht über schmale Betonstege. Links und rechts ist Wasser. Bloß nicht zu weit links oder rechts fahren. Bei jeder Biegung heißt es abbremsen und Bodenkontakt. Wir sehen zwischen den Stegen hübsche Häuser, in denen Leute leben. Sie bewegen sich dort auch auf Rädern oder Motorrollern. Manchmal verlassen wir die engen Stege und fahren auf normalen Straßen weiter. Das ist richtig entspannend. Geht aber doch bald wieder zurück auf die engen Betonstege. Die Vegetation im Naturschutzgebiet ist faszinierend. An  den Bäumen wachsen Früchte. Man muss Acht geben, dass man vor lauter schauen, nicht vom Weg abkommt.

       

Wir machen halt, um in einem kleinen offenen Lokal Mittag zu essen. Frisch gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg, in Richtung Bootsanlegestelle. Unsere Räder werden wieder auf ein Boot geladen. Auch wir steigen in das Boot. Aber irgendetwas stimmt nicht. Das Boot hat zu wenig Sitzplätze. Wir fahren trotzdem los. Müssen aber dann bald umkehren, weil das Boot zu tief im Wasser liegt. So wären wir auf keinen Fall trocken auf die andere Seite gekommen. Ein zweites Boot hält neben uns an und ein Teil von uns steigt um. Die anderen müssen  dann auch in ein anderes Boot umsteigen, weil sich herausstellt, dass das erste Boot für so ein Gewicht nicht ausgelegt ist.

        

Auf zum Endspurt. Wir treten unsere Rückfahrt an. Diesmal fahren wir nicht durch die engen Gassen und Seitenstraßen, sondern fahren auf dem direkten Weg zurück zum Ausgangspunkt. Das heißt über die Hauptstraßen von Bangkok. Ich bin verblüfft, dass die Rückfahrt so kurz ist. Wir haben in kürze unser Ziel erreicht. Nach 5 Stunden Radtour geben wir unsere Drahtesel wieder ab. Einerseits erleichtert und andererseits überwältigt  von den  Eindrücken des Tages , treten  wir  und jeder für sich, den Heimweg an.

Trotz mancher Anstrengung und Anspannung bin ich froh, diese Tour mitgemacht zu haben.

15.02.2013 / Veronika Hulin

 

Ich hab´s überlebt: die Radtour am 12.02.2013 durch Bangkok war total schön. O.k. zugegebener Maßen auch leicht suizidal, aber schön.

Michael, ein seit 20 Jahren in Bangkok lebender Holländer hat es geschafft uns alle lebend durch das Verkehrsgewühl auf den großen Straßen in weniger bekannte Ecken der Stadt zu führen. Soooo schade, dass ich das alles im Leben nicht mehr wiederfinden werde. Bei meinem Orientierungssinn!

 

So stelle ich mir Asien vor – fern ab von teuren Restaurants, Shoppingmalls, Shoppingmalls und, ja: noch mehr Shoppingmalls ist Bangkok noch richtig ursprünglich. Sind wir der Armut begegnet? Tja, das liegt wie immer im Auge des Betrachters. Nach westlichen Standards, ganz sicher. Den Gesichtern der Menschen nach zu urteilen, nicht wirklich. Man lebt hier anders, aber deshalb auch schlechter? Die Menschen sind fleißig und reinlich, fegen mit Reisigbesen Wasser Richtung Gully, obwohl das ja innerhalb einer Stunde eh wegtrocknet.

In den Wohnungen gibt es häufig keine Kochgelegenheit, also kauft man das Essen in einem der vielen Foodstalls auf der Straße (ist eh viel billiger, als selbst zu kochen), nimmt es mit nach Hause und teilt mit den Nachbarn. So machen es alle und somit haben die Malzeiten Eventcharakter. Das Leben spielt sich eben in erster Linie auf der Straße und nur zum kleinen Teil hinter geschlossenen Türen statt.

Aus dem Getümmel der Stadt geht es dann irgendwann mit dem Boot über den Fluss ins Naturschutzgebiet Bang Kra Jao, das auch als grüne Lunge Bangkoks bezeichnet wird.

 

Nach dem typisch thailändischen Mittagessen geht es wieder zurück in den Trubel der Großstadt. Na gut, dieses Mal ist die „Fähre“ ein bisschen klein geraten und dummerweise merkt der Oberkapitän das erst, als wir abgelegt haben und das Boot doch ganz schönen Tiefgang hat. Da ist es dann auch mit der asiatischen Gelassenheit schnell vorbei. Andere „Fähren“ werden herbeigebrüllt. Acht von uns steigen in die nächste Nussschale um – ohne vorher wieder anzulegen, versteht sich. Sieht ganz schön eng aus und das ist es wohl auch. Bleiben sechs Menschen und 13 Fahrräder. Noch immer Hektik und Aufregung – also steigen auch die verbliebenen Radler um. Wir haben jetzt richtig Platz. Fast schon ein Limoservice J Die Räder bleiben, wo sie waren und jetzt kommen auch alle trockenen Fußes auf die andere Seite des Chao Phraya.

Nur noch eine kurze Kamikazefahrt durch mehrspurige Hauptstraßen und schon haben wir´s geschafft.

Schön war´s, sag ich doch. 

02.2013 / Bettina Deußer

 

 

 

 

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